Sprecher:innen und Podiumsteilnehmende
Informationen zu den Sprecher:innen und Podiumsteilnehmenden des Industrietags der SE2026.
Der Industrietag auf der SE2026 bietet eine ideale Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. Er richtet sich an Fachleute aus Unternehmen, Forschungsinstitutionen und der Open-Source-Community, die an aktuellen Herausforderungen und Trends der professionellen Softwareentwicklung interessiert sind.
Der Industrietag wird am Donnerstag, 26. Februar 2026 im Stadion Wankdorf stattfinden.
Software Engineering spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung resilienter Softwaresysteme und der Sicherstellung der digitalen Souveränität. Es ermöglicht die Entwicklung von Lösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse einer Organisation zugeschnitten sind, und fördert die Unabhängigkeit von externen Anbietern.
Veranstaltungsort: Stadion Wankdorf
Raum: TBA
Sprecher:in: Matthias Stürmer (Professor an der Berner Fachhochschule (CH), Institut ‘Public Sector Transformation’)
Raum: TBA
Details: Industrie-Keynote: Amandine Le Pape
Sprecher:in:

Amandine Le Pape (Leiterin des Bereichs Business & Impact an der Open Source Academy, COO und Mitgründerin von Element)
Session Chair: TBA
Raum: TBA
Bestätigte Sprecher:innen und Podiumsteilnehmende:

Adrienne Fichter (Politologin und Tech-Journalistin)

Christoph Schnidrig (CTO von AWS Schweiz)

Daniel Caduff (Security Assurance Principal bei AWS)

Frank Karlitschek (CEO von Nextcloud)
Session Chair: Matthias Stürmer (Professor an der Berner Fachhochschule (CH), Institut ‘Public Sector Transformation’)
Raum: TBA
Session Chair: TBA
Sprecher:in:

Alexander Hofmann (CTO von MaibornWolff)
AI is fundamentally changing our software engineering, and we are all part of this major transformation. This change affects more than just coding. It affects all phases - from digital design to software operation. The experience from our customer projects shows that this new agentic software engineering needs an AI development platform that meets compliance, security and reliability requirements.
The implementation of this sovereign AI platform at MaibornWolff was the key to getting the “Go” from more than 50 of our customers to use AI tools for software development in their projects. The presentation explains the structure of our AI development platform and shows how we use it, what is important and what it costs.
Sprecher:in:

Carla Bünger (Vizepräsidentin des Vorstands und Gründerin von Phoenix Technologies)
Sprecher:in:
N.N. ( HuggingFace)
Raum: TBA
Session Chair: TBA
Sprecher:in:

Dr. Axel Koldewey (CIO von adesso SE)
Die digitale Souveränität softwareintensiver Organisationen wird zunehmend durch die steigende Komplexität cloud-nativer Architekturen, proprietäre Plattformökosysteme und implizite Abhängigkeiten von Infrastruktur- und Tool-Anbietern herausgefordert. Während Internal Developer Platforms (IDPs) als Mittel zur Steigerung von Entwicklerproduktivität und Standardisierung etabliert sind, bleiben sie häufig statisch, toolzentriert und bieten nur eingeschränkte Kontroll- und Anpassungsmöglichkeiten im Hinblick auf souveräne Architektur- und Governanceentscheidungen.
Dieser Beitrag führt das Konzept der adaptiven Internal Developer Platform (aIDP) der adesso SE ein und positioniert es als technologischen Enabler digitaler Souveränität im Kontext des Platform Engineerings. Die aIDP wird als kontextsensitives, selbstadaptives Softwaresystem definiert, das durch eine strikte Trennung zwischen deklarativer Beschreibung von Entwicklerintentionen („What“) und regelbasierter, automatisierter Umsetzung („How“) die Kontrolle über Entwicklungs-, Architektur- und Betriebsprozesse systematisch stärkt. Zentrales Strukturprinzip sind Golden Paths, die als versionierte, parametrische und semantisch angereicherte Umsetzungspfade modelliert werden und projektspezifisch, nachvollziehbar und technologieagnostisch instanziiert werden können.
Eine integrierte KI-gestützte Intelligence-Ebene unterstützt die semantische Interpretation natürlicher Spracheingaben, die Analyse von Abweichungen zu definierten Standards sowie die adaptive Weiterentwicklung der Plattformlogik auf Basis von Nutzungs- und Laufzeitfeedback. Ergänzt wird dieser Ansatz durch ein semantisches Architektur-Metamodell, das Architekturentscheidungen, Domänenstrukturen und Designprinzipien formalisiert und mit Code- und Infrastrukturebene synchronisiert. Dadurch wird Architektur explizit kontrollierbar, auditierbar und evolvierbar – als zentrale Voraussetzung digital souveräner Softwareentwicklung.
Der vorgestellte Ansatz leistet einen Beitrag zur theoretischen Fundierung souveräner Plattformarchitekturen und zeigt, wie adaptive Internal Developer Platforms digitale Souveränität durch formalisierte Abstraktion, regelbasierte Steuerung und KI-gestützte Systemintelligenz nachhaltig unterstützen können.
Sprecher:in:

Dr. Elmar Jürgens (Gründer von CQSE)
Viele Teams nutzen inzwischen glücklicherweise Testautomatisierung in großem Umfang. Allerdings entstehen dadurch oft Abhängigkeiten von einzelnen Test-Tool-Herstellern. Wenn diese die Preise erhöhen (oder das Tool abstellen sollten), wird es schmerzhaft. Denn nicht nur die teureren Lizenzen kosten Geld, sondern natürlich auch eine Migration zu einem anderen Test-Tool oder -Framework. Wenn man 10.000 Testfälle hat, und mehrere Stunden für die Migration jedes einzelnen Testfalls schätzt, wird das schnell sehr teuer. Wie können unsere Ansätze aus dem Software Engineering hier helfen?
Historisch gewachsene Test-Suites sind meistens hoch redundant. Eine Migration auf ein neues Testautomatisierungs-Tool ist daher auch eine Chance, diese Redundanz loszuwerden und dadurch einen großen Teil des Migrationsaufwands zu sparen. Konkret helfen Test-Minimierungsverfahren aus unserer Forschungscommunity hierbei, indem sie aus einer großen Suite die (hoffentlich möglichst kleine) Teilmenge ermitteln, die für sich genommen schon den Großteil der Fehler findet, die die gesamte Testsuite findet. Dann reicht es, wenn wir die migrieren.
Im Vortrag stelle ich vor, welche Erfahrungen wir mit welchen Minimierungsverfahren bei unseren Kunden gemacht haben, die ihre Test-Suites migrieren. Dabei gehe ich sowohl auf moderne, AI-basierte Testselektionsverfahren ein als auch “Old-School” Coverage-Messung, um zu verfolgen, wie viel die migrierte Test-Suite im Vergleich zur neuen bereits abdeckt, und zeige, welche Einsparungen dadurch erreicht wurden.
Sprecher:in:

Till Gartner (Mitglied des Executive Boards von mgm technology partners)
Sprecher:in:

Dr. Vitor Bernardo (Head of Architecture, Market Unit Public Sector adnovum)
Die Entwicklung von Individualsoftware im öffentlichen Sektor bedeutet heute nicht mehr, jede Zeile Code selbst zu schreiben. Im Vordergrund steht vielmehr die Bereitstellung von messbarem geschäftlichem Mehrwert bei gleichzeitig nachhaltigen Gesamtbetriebskosten (“Total Cost of Ownership”). Ein System, das zu komplex oder zu teuer im Unterhalt ist, verleiht keine echte Souveränität, vielmehr macht es abhängig vom Aufwand, der allein nötig ist, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Digitale Souveränität ist letztlich eine architektonische Eigenschaft. Sie ergibt sich aus den bewussten Abwägungen, den akzeptierten Abhängigkeiten und der Frage, ob ein System auch in fünf oder zehn Jahren noch flexibel weiterentwickelt oder neu ausgerichtet werden kann.
Die Erreichung digitaler Souveränität erfordert daher eine Betrachtung der Softwarearchitektur durch die Linse einer kooperativen Governance. Low-Maintenance-Ansätze („Low Ops“) sowie das Denken in gemeinsam genutzten funktionalen Bausteinen müssen priorisiert werden. Mit dem EMBAG-Gesetz wird Open Source mehr als nur zu einer rechtlichen Vorgabe - es wird zu einem strategischen Schlüssel, um Komplexität nachhaltig zu reduzieren. Durch die Nutzung schweizspezifischer, gemeinschaftlich erprobter Standards können wir aufhören, isolierte Individuallösungen zu bauen, und stattdessen ein föderiertes digitales Ökosystem gestalten und steuern.
Diese Session zeigt auf, wie Architektur und Governance zusammenspielen müssen, damit die Software, die wir heute besitzen, uns morgen nicht selbst in Besitz nimmt.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, regelmässiger Cyberangriffe und wirtschaftlicher Herausforderungen ist Digitale Resilienz ein wichtiges technisches und organisatorisches Gestaltungsziel von Softwaresystemen. In diesem Kontext spielt Digitale Souveränität in Europa eine wichtige Rolle. Sie macht unabhängig, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.
Die Erlangung und Sicherung digitaler Souveränität ist ein fortwährender Forschungs- und Entwicklungsprozess. Software Engineering spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung resilienter Softwaresysteme und der Sicherstellung der digitalen Souveränität. Es ermöglicht die Entwicklung von Lösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse einer Organisation zugeschnitten sind, und fördert die Unabhängigkeit von externen Anbietern.
Wichtige Beiträge zur digitalen Souveränität kann Software Engineering leisten z.B. durch die Entwicklung eigener Lösungen, durch den Einsatz und die Weiterentwicklung von Open Source Software (OSS), durch den Aufbau souveräner Edge-/Cloud-Systeme sowie durch der Kontrolle über Daten und Prozesse, Services und Technologie. Ausserdem fördern die Unabhängigkeit von Standardlösungen und der Aufbau softwaretechnischen Know-hows die eigene Innovationsfähigkeit und tragen zur Weiterentwicklung der digitalen Landschaft bei. Dadurch werden Effekte wie die Reduzierung technologischer Abhängigkeiten (Vendor Lock-In), die Sicherung der Cybersicherheit sowie die erfolgreiche digitale Transformation und der Aufbau von Schlüsselkompetenzen gefördert und die politische Handlungsfreiheit gewahrt.
Aufgrund dieser Bedeutung widmet sich der Industrietag der SE2026 vorrangig dem Thema digitale Souveränität und der Fragestellung, wie Software Engineering bei deren Erlangung und Sicherung unterstützen kann. Hierbei präsentieren und diskutieren Expertinnen und Experten aus Forschung und Entwicklung praxisrelevante und erprobte Lösungen aus unterschiedlichen Perspektiven.
Informationen zu den Sprecher:innen und Podiumsteilnehmenden des Industrietags der SE2026.